Initiative Der homosexuellen NS-Opfer gedenken - zur Startseite...
 

Die prämierten Künstler Michael Elmgreen (Dänemark) und Ingar Dragset (Norwegen) leben in Berlin und arbeiten seit 1995 zusammen. Sie haben ihre Gemeinschaftsarbeiten und Ausstellungen in Institutionen präsentiert wie dem Hamburger Bahnhof, Berlin; Tate Modern and Serpentine Gallery, London; Museum of Contemporary Art, Chicago and Kunsthalle Zürich.

Das Künstlerduo hat an zahlreichen Biennalen und internationalen Gruppen-Ausstellungen teilgenommen, darunter an der ersten Berlin Bienniale in 1998; Istanbul Biennial (2001); Sao Paulo Biennial (2002), The Venice Biennial (2004); The Gwangju Biennial (2006) und Skulptur Projekte Münster (2007).

Elmgreen & Dragset hatten sich bereits im Rahmen der von den Initiatoren ausgeschriebenen offenen Bewerbungsphase für die Teilnahme am späteren Wettbewerb der Bundesregierung qualifiziert.

 


 

Berlin, 26.01.2006

Denkmal für die NS-verfolgten Homosexuellen zügig bauen

Zum heute veröffentlichten Ergebnis des Kunstwettbewerbs zum Denkmal des Bundes für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erklären Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) und Albert Eckert, Sprecher der Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken":

Die Initiatoren des Denkmalprojekts, die Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), gratulieren den Gewinnern des Wettbewerbs. Das Preisgericht hat einen Entwurf von Michael Elmgreen und Ingar Dragset zum Wettbewerbssieger gekürt. Das international renommierte dänisch-norwegische Künstlerduo ist in Berlin ansässig. Nähere Informationen zum Entwurf bei der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur http://senwisskult.berlin.de

Wir sehen im prämierten Entwurf eine erfolgreiche Annäherung an die gestellten Aufgaben. Das Denkmal soll nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen.

In Deutschland fand unter dem Nationalsozialismus 1933-1945 eine Homosexuellenverfolgung statt, die ohne gleichen in der Geschichte ist.
Zehntausende Männer wurden wegen homosexueller Handlungen strafrechtlich verurteilt. Tausende wurden wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslagern ermordet.

Der Bundestag hat am 12.12.2003 die Errichtung eines Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen beschlossen. Drei Jahre zuvor hatte sich der Bundestag in einer am 07.12.2000 einstimmig gefassten Entschließung für die verstärkte öffentliche Würdigung des Verfolgtenschicksals der Homosexuellen eingesetzt.

Der Wettbewerb wurde vom Land Berlin im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland und in Abstimmung mit der Initiative und dem LSVD ausgelobt.
Die Initiatoren danken allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern für ihr Engagement.

Wir erwarten, dass die Bundesregierung nach der Entscheidung des Preisgerichts jetzt zügig die Realisierung des Gedenkortes in Angriff nimmt.

www.gedenkort.de

Rückfragen bitte an:
Eberhard Zastrau
Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken" und LSVD c/o LSVD, Willmanndamm 10, 10827 Berlin
Tel.: (030) 85 75 71 81, Fax: 789 54 779
e-mail: zastrau@gedenkort.de

 


Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur teilt zur Entscheidung des Preisgerichts mit:

Pressemeldungen des Landes Berlin
26.01.2006

Kunstwettbewerb Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, hat im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie in Abstimmung mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und der Initiative "Der homosexuellen Opfer gedenken" im August 2005 einen eingeladenen Kunstwettbewerb zur Errichtung eines Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen durchgeführt.

Ziel des Kunstwettbewerbs war es, einen Denkmalsentwurf zu finden, mit dem die verfolgten und ermordeten Opfer geehrt, die Erinnerung an das Unrecht wachgehalten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung von Schwulen und Lesben gesetzt wird.

Am vergangenen Mittwoch hat eine elfköpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Norbert Radermacher aus den 17 eingereichten Entwürfen die Arbeit von Michael Elmgreen und Ingar Dragset zur Realisierung empfohlen.

Als Ort des geplanten Denkmals ist eine Lichtung am östlichen Tiergartenrand, an der Ebertstraße, südlich des Goethedenkmals, gegenüber dem "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" vorgesehen.

Für den Bau stellt der Bund bis zu 450 T Euro zur Verfügung. Es ist beabsichtigt, das Denkmal so schnell wie möglich zu realisieren.

Der Juryvorsitzende zum ausgewählten Entwurf:

"Nach einer sehr offen geführten, intensiven und teilweise auch kontroversen Diskussion über zwei Tage hat sich die Jury mit deutlicher Mehrheit für den Entwurf von Michael Elmgreen und Ingar Dragset entschieden.


Das Foto ist in druckfähiger Auflösung downloadfähig (1,5 MB)

Ihre sehr klar durchdachte und selbstbewusst auftretende Skulptur nimmt ganz offensichtlich Bezug auf die Stelen des Holocaust Denkmals von Richard Eisenman, indem sie die Grundform einer Stele - deutlich vergrößert - zu einer Art Haus werden lassen, das nun tatsächlich auch ein Inneres bekommt. Wie durch ein Fenster, das schräg in eine Ecke eingeschnitten ist, blickt der Betrachter auf ein projiziertes Filmbild. Im klassischen Schwarz/Weiß sieht er eine endlos wirkende Kussszene zwischen zwei Männern. Die von Außen eher kühl oder abweisende Betonform bekommt so einen ganz intimen Aspekt. Ohne verbale Hilfestellungen oder schriftliche Erklärungen wird hier das Thema der Homosexualität direkt und doch subtil vorgestellt.
Die Jury ist zu der Überzeugung gekommen, hiermit eine künstlerische Arbeit gefunden zu haben, die souverän und zeitgemäß einen Ort zum Gedenken an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen schafft und gleichfalls die Diskussion über die Akzeptanz der gleichgeschlechtlichen Liebe heutzutage anregt."

Zeitpunkt, Dauer und Ort der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten werden noch bekannt gegeben.

Eine Ansicht des Denkmals ist unter www.kultur.berlin.de abrufbar.

Mitteilung vom: 26.01.2006, 12:57 Uhr
Rückfragen: Dr. Torsten Wöhlert
Telefon: 90 228 203

 

 

 

 

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Pressereaktionen:
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taz, 28.03.2006

Kunstmarkt, 31.01.2006
kultur-online, 29.01.06
Berliner Morgenpost, 28.01.2006
Der Tagesspiegel, 27.01.2006
Lausitzer Rundschau, 27.01.2006
Berliner Morgenpost, 27.01.2006
Spiegel Online, 26.01.2006
Baunetz, 26.01.2006

 

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