|
20. Juni 2002
Ein Rosa Winkel am Brandenburger Tor
Im Rahmen der Berliner CSD-Parade am 22. Juni organisiert die Initiative "Der
homosexuellen NS-Opfer gedenken" einen Rosa Winkel aus rund 600 Ziegelsteinen
am Brandenburger Tor.
Zu dieser Aktion erklärt der Sprecher der Initiative, Eberhard Zastrau:
Mit der Aktion Ein Rosa Winkel am Brandenburger Tor wollen wir die Forderung
nach einem Gedenkort für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
unterstreichen.
Ein Rosa Winkel aus rund 600 Ziegelsteinen wird am 22. Juni am Brandenburger
Tor als provisorisches Denkmal ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der CSD-Parade am 22. Juni werden die
Ziegelsteine symbolisch eine kurze Strecke in der Parade mitnehmen und dann zu
einem großen Rosa Winkel auslegen.
Die Hälfte der Ziegelsteine wurde bereits am vergangenen Wochenende während des
Berliner Stadtfestes mit den Namen von ermordeten Rosa Winkel-Opfern
beschriftet.
Vor 60 Jahren fielen fast alle damaligen homosexuellen Häftlinge des KZ
Sachsenhausen einer gezielten Mordaktion der SS zum Opfer. Berichte sprechen
von 200 Homosexuellen und sogenannten "Amtsanmaßern", die im Sommer 1942 im
"Klinkerwerk" des KZ Sachsenhausen ermordet wurden.
Die Namen von 89 dieser Opfer sind bekannt und werden während des Straßenfestes
am 15. und 16. Juni auf 89 Ziegelsteine geschrieben. Auch die Namen von
weiteren homosexuellen Opfern, die in anderen Konzentrationslagern ermordet
wurden, werden auf den Ziegelsteinen festgehalten.
Insgesamt werden rund 300 Steine beschriftet. Die unbeschrifteten Steine stehen
symbolisch für die Opfer, deren Namen keiner mehr kennt.
Termin für Fotojournalisten:
Samstag, 22. Juni 2002, von 15.30 Uhr (Beginn) bis 18 Uhr
|
|
|