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14. Dezember 2006

LSVD, Mahnmalsinitiative und Lesbenring begrüßen Fortentwicklung der Konzeption beim Homosexuellen-Denkmal

Gemeinsame Erklärung von Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), Albert Eckert, Sprecher der Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“ sowie Ulrike Janz, Lesbenring e. V.:

Dem Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset ist es gelungen, ihren Entwurf für das Homosexuellen-Denkmal überzeugend weiter zu denken.

Der im Kunstwettbewerb ausgewählte Entwurf nimmt Bezug auf das gegenüber liegende Holocaust-Denkmal. Als Grundform ist eine Stele geplant, die jenen von Peter Eisenman ähnelt. Durch ein Fenster, das schräg in eine Ecke des Kubus eingeschnitten ist, sieht man – so die Ursprungsplanung – ein projiziertes Filmbild einer scheinbar endlosen Kussszene zwischen zwei Männern.

Ihr neuer Vorschlag sieht vor, im Zwei-Jahres-Rhythmus anderen Künstlerinnen und Künstlern zu ermöglichen, in der geplanten Stele ihre Interpretation eines gleichgeschlechtlichen Kusses zu präsentieren.

Laut Bundestagsbeschluss soll das Denkmal die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen. Der Wechsel des Filmbildes ermöglicht es, dieser vielfältigen Aufgabenstellung gerecht zu werden, indem periodisch immer wieder neue thematische Schwerpunkte gesetzt werden. Damit werden die vom Bundestag gestellten Aufgaben eindrucksvoll gelöst.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und die Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“ und der Lesbenring begrüßen die Fortentwicklung nachdrücklich. Wir appellieren an die Bundesregierung, den neuen Vorschlag aufzugreifen und umzusetzen.

Im Nationalsozialismus konzentrierte sich die Verfolgung aufgrund von Homosexualität auf Männer. Dafür steht das Startvideo eines küssenden Männerpaares. Der Videowechsel zu einem Frauenkuss kann danach den Blick auf die dritte Aufgabe des Gedenkortes lenken, für die heutige Zeit ein Zeichen gegen Ausgrenzung von Schwulen und Lesben zu setzen.

So wird auch das tradierte statische Denkmalsverständnis überwunden. Das Denkmal wird sowohl eigenständiges Kunstwerk als auch Plattform für die künstlerische Arbeit anderer. Die periodische Veränderung hält das Denkmal aktuell, sie kann die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen gegenüber Homosexuellen immer wieder neu beleben, ebenso die Beschäftigung mit heutigen Menschenrechtsverletzungen.

LSVD Pressestelle
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Renate H. Rampf
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