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Pressemitteilung der Initiative 01. Juli 2002 "Ein Rosa Winkel am Brandenburger Tor" Im Sommer 2002 startete die Initiative »Der homosexuellen NS-Opfer gedenken« eine Reihe von Aktionen, um die Forderung nach einen Gedenkort für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in der Öffentlichkeit zu unterstreichen. Grundidee war, dazu im Rahmen der Christopher-Street-Day-Parade Berlin am Brandenburger Tor ein provisorisches Denkmal in Form eines "Rosa Winkels" zu errichten - bestehend aus ca. 600 Ziegelsteinen. Die Hälfte der Ziegelsteine sollte die Namen von NS-Opfern tragen, die wegen ihrer Homosexualität ermordetet worden waren.
Unsere Initiative war einem Stand am Stadtfest vertreten und hat für die Aktion geworben. Am Stand konnten die Besucherinnen und Besucher jeweils einen Ziegelstein mit einem Namen eines homosexuellen NS-Opfers beschriften. Sie erhielten ein Blatt mit dem Namen und - soweit möglich - einigen biographischen Angaben zur Person. Auch Politiker wie Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und der bündnisgrüne Abgeordnete Volker Beck beteiligten sich, beschrifteten einen Stein und unterstützen damit die Forderung nach einem Denkmal. Es gab viele intensive Gespräche am Stand. Die Beteiligung war sehr rege, so dass die von uns anvisierte Beschriftung von 300 Steinen problemlos erreicht werden konnte. 300 weitere Steine sollten bewusst unbeschriftet bleiben, um an die vielen Opfer zu erinnern, deren Namen niemand mehr kennt.
Die 300 beschrifteten und 300 unbeschrifteten Steine standen am Straßenrand bereit. Die Parade-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer wurden gebeten, einen Stein aufzunehmen und ca. 100 Meter im Paradeweg mitzutragen, um die homosexuellen NS-Opfer symbolisch in unsere Mitte zu nehmen. Danach wurden die Steine vor dem Brandenburger niedergelegt, wo am Boden ein Rosa Winkel damit geformt wurde. Genauso wie am Stadtfest stieß auch diese Aufforderung auf sehr positive Resonanz. Den ersten Stein legte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit nieder.
Einen Abschluss fand die Veranstaltungen am 30.06.02 mit einer Gedenkstunde im ehemaligen Klinkerwerk Sachsenhausen. Dort wurde den Opfern der Mordaktion von 1942 gedacht. In den Monaten Juli bis September 1942 fielen fast alle damaligen Rosa-Winkel-Häftlinge des KZ Sachsenhausen einer gezielten Mordaktion der SS zum Opfer. Der ehemalige Lagerälteste, der politische Häftling Harry Naujoks, berichtete nach der Befreiung 1945 von der Ermordung von 200 Homosexuellen und sogenannten "Amtsanmaßern" bei dieser Aktion. Aus den Aufzeichnungen des politischen Häftlings Emil Büge kennen wir die Namen von 89 Rosa-Winkel-Häftlingen, die in den sechs Wochen bis Mitte September 1942 ums Leben kamen. Die Mordfabrik des KZ Sachsenhausens war das "Klinkerwerk". Die Häftlinge selbst hatten Fabrik und Hafenanlage außerhalb des Hauptlagers zu bauen, später auch ein eigenes Häftlings-Außenlager. Die hier hergestellten Ziegelsteine sollten dem Aufbau der Reichshauptstadt "Germania" dienen. Rund 200 der Steine wurden bei der Gedenkverstaltung nochmals aufgebaut. Es wurden Kränze und Blumen niedergelegt. Als Gäste konnten wir Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgerische Gedenkstätten, und Dr. Andreas Nachama, Direktor der Topographie des Terrors, begrüßen. Die Steine sind nun in einem Depot auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen gelagert und können ggf. erneut zum Einsatz kommen. (siehe dazu auch: Artikel aus dem Oranienburger
Generalanzeiger vom 01. Juli 2002 -
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